Alexander Eckhard-Gludovatz

Es hört doch jeder nur, was er versteht

Das Hörverständnis ist wie auch das Leseverständnis eine passive Fähigkeit, der in der alltäglichen Kommunikation eine wesentliche Bedeutung zukommt. Wenn ich mit jemandem spreche, aber die Antwort nicht verstehe, werden wir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. 

Ein Sprachtraining ist der optimale Ort, um korrekte Formulierungen zu erlernen.  Im realen Gespräch mit Muttersprachler:innen wächst allerdings bei vielen der Druck und die Angst, sich zu blamieren. Während sie um eine grammatikalisch richtige Satzbildung bemüht sind, vergessen sie, aufmerksam zuzuhören. Der Stresspegel in diesen Situationen ist meist hoch. Sie hören das Blut in den Ohren rauschen und aus einzelnen Worten eine sinnbefreite Aneinanderreihung von Silben. Mit dem Ergebnis, dass ihr Hörverständnis  verloren geht.
Ein Teufelskreis entsteht: Je weniger Sie zuhören, desto schwieriger wird es für sie, ins Gespräch einzusteigen und umso größer werden die Hemmungen. 

Persönlicher Tipp

Schauen Sie im TV so viele englische Formate wie möglich oder hören Sie englische Podcasts. Wenn Sie nach einem langen Tag im Büro vor dem Fernseher entspannen und nicht angestrengt einen Film anschauen möchten, habe ich folgenden Vorschlag: Fangen Sie an, Filme und Serien zunächst mit deutschen Untertiteln zu schauen. So machen Sie sich mit dem Klang und dem Rhythmus der Sprache vertraut. Sobald das problemlos funktioniert, wechseln Sie zu englischen Untertiteln. Wenn Sie auch da immer weniger lesen müssen, dann ist es geschafft – die Untertitel können ausgeschaltet werden. 

Falls Ihre Familie das Fernsehprogramm im TV beansprucht, rate ich Ihnen zu Podcasts. Die BBC zum Beispiel veröffentlicht einmal pro Woche Podcasts für Englischlernende. Diese sind interessant und informativ und dauern gerade einmal sechs Minuten pro Folge. Zudem stehen Transkripte zu den Podcast-Folgen auf der BBC-Website zur Verfügung. Die Podcasts gibt es auf allen gängigen Plattformen sowie in den Standard-Podcast-Apps auf iOS und Android Smartphones. 

Unsere Podcast-Empfehlungen sind: 

BBC Learning English – 6 Minute English

BBC Learning English – 6 Minute English (intermediate to upper-intermediate)

BBC Learning English – 6 Minute Vocabulary (easy to intermediate)

BBC Learning English – 6 Minute Grammar (easy to intermediate)

BBC Learning English – Office English (intermediate)

BBC Learning English – The English We Speak (easy to intermediate)

Posted by Alexander Eckhard-Gludovatz in Uncategorised

Es g´hört mehr g´lesen!

Schon seit der Schulzeit hören wir, dass Lesen die Sprachkompetenz fördert und das sowohl in der Muttersprache als auch in jeder Fremdsprache, die wir lernen wollen. In der Muttersprache sind die sofortigen Assoziationen Wortschatzerweiterung und Rechtschreibung – „Ich lese, damit ich sehe, wie man etwas ausdrücken kann und wie die Wörter richtig geschrieben werden.“ 

Das ist prinzipiell richtig so. In der Muttersprache lernt man Grammatik, Satzstrukturen und gängige Wendungen automatisch, sobald man zu sprechen beginnt.

In der Fremdsprache hat Lesen den zusätzlichen Vorteil, dass neben Vokabeln und Phrasen auch Satzstrukturen unbewusst verinnerlicht werden. 

Um das zu illustrieren, möchte ich Ihnen folgende typische Situation aus meinen Sprachtrainings schildern: 

Wir haben gerade die verschiedenen If-Sentences besprochen und die Teilnehmenden haben in sämtlichen Übungen – egal wie schwierig sie waren – brilliert. Wir starten eine Diskussionsrunde zu einem völlig anderen Thema und Teilnehmer A sagt: „If I would do that, I would fail miserably.“ Tja, auch der If-Satz war ein kleiner Fail (richtig wäre: If I did that, I would fail miserably).
Was lernen wir daraus: Gezielte Übungen helfen uns bis zu einem gewissen Grad; um die Regeln auch für das spontane Sprechen zu aktivieren, brauchen wir zusätzlich die Verinnerlichung von Strukturen über Lesen und Hören.
Das versuche ich den Teilnehmenden mitzuteilen. Häufig bekomme ich als Antwort: „Ich bin schon im Büro so gestresst, da habe ich zu Hause keine Zeit und Lust mehr zu lesen.“ Oder: „Ich mag Lesen schon seit der Schule nicht mehr, als wir uns mit Goethe oder Schiller auseinandersetzen mussten.“

Point taken. Und das verlange ich auch gar nicht. Automatisiertes Lernen funktioniert nur in entspannter Atmosphäre. Sie sollen lesen, was Ihnen Spaß macht, und wenn das der neueste Krimi Ihres Lieblingsautors ist, perfekt! Ebenso gut: ein Anglermagazin, die Cosmopolitan, etc. Whatever strikes your fancy! Es muss nicht Shakespeare sein 😊. Wenn Sie Ihre Alltagssprache perfektionieren möchten, dann sollte es auch gar kein Shakespeare sein. 

Manchmal höre ich: „Aber das ist so schwierig, ich verstehe jedes dritte Wort nicht.“ Kein Problem: Es gibt mittlerweile auch ansprechende Bücher und sogar Comics, die auf unterschiedliche Levels angepasst wurden. 

Einige Empfehlungen hierzu: 

Collins ELT Readers zu verschiedenen Agatha Christie Romanen, Levels A2 – C2

PONS Sprachlern-Comic Englisch zu authentischen Situationen im Alltag inkl. Übungen, A1-A2

Sie sehen, es ist für alle Levels und Interessen etwas dabei. 

Ich persönlich LIEBE Bücher und Zeitschriften und kann an keinem Buchgeschäft vorbeigehen, ohne nicht zumindest hineinzuschnuppern. Falls Sie also Fragen zu Büchern und Magazinen in Deutsch oder Englisch haben und Leseempfehlungen für ein bestimmtes Level benötigen, bin ich Ihre Frau 😊: Bettina Fink

Posted by Alexander Eckhard-Gludovatz in Sprachtraining

„Ich will doch nur reden“

Wenn sich jemand entschließt, eine Sprache zu lernen, dann lässt sich das vorrangige Ziel zumeist in der Aussage „Ich möchte Sprache XY sprechen können“ zusammenfassen. Dies suggeriert wiederum, dass es den Lernenden vor allem ums Sprechen geht. Reicht ausschließliches Sprechtraining jedoch aus, um sich in einem anderen Land (vielleicht auch nur in ganz einfachen Alltagssituationen) ausdrücken zu können oder braucht es dazu noch andere Fähigkeiten? In diesem Blogeintrag wir von wordbird näher auf diese Frage eingehen. 

Im Sprachtrainingsbereich sprechen wir von den 4 Grundfähigkeiten beim Spracherwerb. Diese unterteilen sich in Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben, wobei es hier auch noch zwei Unterkategorien, nämlich passive Fähigkeiten (Hören und Lesen) sowie aktive Fähigkeiten (Sprechen und Schreiben), gibt. 

Um eine aktive Fähigkeit gut und sicher anwenden zu können, ist immer auch eine passive Fähigkeit nötig. Sie können zum Beispiel grammatikalisch völlig richtig nach dem Weg fragen, das nützt jedoch wenig, wenn Sie die Antwort darauf nicht verstehen; oder Sie bekommen ein tolles Urlaubsangebot eines Hotels, in dem Sie jedes einzelne Wort verstehen, Sie können es aber nicht per E-Mail bestätigen. 

Natürlich müssen Sie nicht alle vier Grundfähigkeiten gleich gut beherrschen. Das Schreiben ist zum Beispiel eine Fähigkeit, die stark von Ihrer Zielsetzung abhängt. Wenn Sie eine Sprache für gelegentliche Urlaube lernen, so wird es ausreichen, einfache Texte, wie zum Beispiel kurze E-Mails für Reservierungen und Bestätigungen, verfassen zu können. 

Im Großen und Ganzen veranschaulichen die oben erwähnten Beispiele jedoch recht gut, wie wichtig es ist, alle vier Grundfähigkeiten zu schulen, damit Sie sich sorglos, selbstbewusst und mit der nötigen Leichtigkeit in einer anderen Sprache bewegen können. 

In unseren nächsten Blogeinträgen werden wir jede dieser Fähigkeiten aufgreifen und Ihnen zeigen, wie Sie diese im Alltag auch außerhalb von Sprachtrainings perfektionieren können.

Erfahren Sie mehr:

Posted by Alexander Eckhard-Gludovatz in Sprachtraining